Montag, 17. Juni 2013

[Beutezug] Juni - 2

Nachdem mein Postbote vorletzte Woche schon so schwer zu tragen hatte, durfte er auch letzte kaum eine Pause machen. Das wird sich jetzt aber auch wieder ändern, denn ich muss ja nun mal auf die Linie achten. Also, auf die meines SuBs ;)

Jamian Bryonts steht mit dem Rücken zur Wand. Um seinen jüngeren Bruder zu schützen, nimmt er die Schuld für einen Fehler auf sich, den er nicht begangen hat, und unterwirft sich einem ewigen Fluch: Mittels eines Giftes raubt der Senat der Vampirjäger ihm die Sterblichkeit. Doch warum gerade diese diabolische Strafe für ihn gewählt wurde, stellt Jamian vor ein Rätsel. Und was hat es mit der Vampirfrau Laine auf sich, die zeitgleich in seinem schottischen Dorf auftaucht und über Gesetze nur lacht? Klar ist nur eins, sie ist die Letzte, der Jamian vertrauen darf. Denn Laine hat einen tödlichen Auftrag.

Bekanntermaßen mag ich die Bücher von Jennifer Benkau sehr gerne, und so konnte ich mir auch den neusten Roman - der dieses Mal von Vampiren handelt - nicht entgehen lassen. Ich bin gespannt!

In tiefster Dunkelheit - Debra Webb
Bei dem Versuch, einen Serienmörder hinter Gitter zu bringen, beging FBI-Agentin Jess Harris einen entscheidenden Fehler. Vom Dienst suspendiert kommt ihr der Hilferuf ihres ehemaligen Freundes, des Polizeichefs Dan Burnett, gerade recht. Ein Entführer treibt in Alabama sein Unwesen, und Jess soll bei der Aufklärung helfen. Doch dann erhält sie bedrohliche Botschaften von dem Serienmörder...

Das Buch hat im Original super Kritiken erhalten, weshalb ich hohe Erwartungen daran setze - ich hoffe auf Blut, Thrill und Spannung. Mal sehen, ob mir diese drei Zutaten auch geboten werden ;)
Ein siebenjähriges Mädchen tötet seine Großmutter auf brutale Weise. Ein tragischer Einzelfall, sagen die Experten. Doch sie täuschen sich. Überall auf der Welt kommt es zu grausamen Gewalttaten, die Kinder gegen ihre Familien verüben.
Der Anthropologe Hesketh Lock hat zunächst ein ganz anderes Rätsel aufzuklären. Hesketh ist ein »Troubleshooter«: weltweit wird er zur Aufklärung interner Skandale in globalen Unternehmen eingesetzt. Sein aktueller Fall führt ihn nach Taiwan. Hesketh entdeckt als Erster ein Muster in den sich häufenden Fällen von schwerer Industriesabotage und den Attacken von Kindern gegen Erwachsene, die wie zwei Epidemien den ganzen Erdball erfassen. Wer sind die geheimnisvollen »sie«, von denen immer wieder die Rede ist? Sind »sie« die treibende Kraft hinter den dramatischen Ereignissen?

Kinder, die ihre Familien umbringen und Erwachsene, die Selbstmord begehen? Klingt schaurig-gut! Ich hoffe, die Lösung ist ebenso durchdacht wie die Idee interessant ist...

Ich wünsche euch einen wunderschönen Montag!

Samstag, 15. Juni 2013

[Laberparade] Stadt der Finsternis: Die Nacht der Magie - Ilona Andrews

In meinem Vorgarten, an einer Stelle, die ich sowohl von der Küche als auch von der Veranda aus sehen konnte, steckte ein Stab im Boden. Und auf diesem Stab steckte der Kopf eines Menschen.
Langes Haar hing in blutigen Strähnen herab. Blasse Augen traten aus den Höhlen. Der Mund klaffte, grüne Fliegen brüteten in den aufgeplatzten Lippen. 
Das alles war in meiner sonnendurchfluteten Welt so fehl am Platz, dass es mir für einen Moment nicht real erschien. Es konnte nicht real sein.
Doch dann drang unverkennbar der Verwesungsgestank in meine Küche.

KLAPPENTEXT
Kate Daniels verdient ihr Geld damit, übersinnliche Phänomene zu bekämpfen. Bewaffnet mit ihrem Schwert „Slayer“ und ihren magischen Fähigkeiten macht sie auf den Straßen Atlantas Jagd auf Vampire und andere finstere Kreaturen. Ihr Leben nimmt jedoch eine unerwartete Wendung, als ihr Mentor Greg ermordet wird. Bei der Suche nach dem Täter stößt Kate auf Ungereimtheiten: Neben Gregs Leiche wird ein geköpfter Vampir gefunden, und alles deutet darauf hin, dass bei der Tat nekromantische Magie im Spiel war. Hat womöglich der geheimnisvolle Curran, der Anführer der Gestaltwandler, etwas mit dem Ganzen zu tun?

MEINE MEINUNG

SCHREIBSTIL
Ilona Andrews besteht aus dem Autorenpaar Ilona und Andrew Gordon, die die "Stadt der Finsternis"-Reihe um Kate Daniels gemeinsam verfassen. Auf die männliche Beteiligung am Buch ist es vielleicht auch zurückzuführen, dass der Schreibstil besonders zu Anfang ungewohnt distanziert wird, besonders, was die Gefühle der Protagonistin anbelangt. Die Beschreibungen sind detailreich und manchmal etwas zu ausufernd, aber definitiv sprachlich gut dargebracht - für eher zarte Gemüter sind sie allerdings nichts. Hier werden Menschen entzwei gerissen, dampfende Gedärme entnommen und Wesen enthauptet. Wer also keinen Sinn für Blut und Gewalt hat, sollte von diesem Buch dringend die Finger lassen, dafür sind die Darstellungen zu präzise.

CHARAKTERE
Kate ist eine echte Kick Ass-Heldin und ist mit ihrer mutigen, gewitzten und etwas vorlauten Art eine coole Protagonistin. Komplett warm wurde ich mit ihr dennoch nicht - ich hatte nämlich das Gefühl, dass sie selbst manchmal nicht mit ihrer Art in Einklang ist, was mich ziemlich störte. Das mag aber auch daran liegen, dass sie ein Geheimnis hat, das dem Leser nicht offenbart wird, wodurch eine wirkliche Bindung noch nicht entstehen kann. Der Herr der Bestien, Curran, ist ein sehr interessanter und wie von solchen Büchern gewohnt gefährlicher Mann mit einigen sexy Wesenszügen, insgesamt blieb er mir aber noch zu blass. Sonstige Figuren werden eingeführt und durchaus recht interessant charakterisiert - die Autoren machen es sich aber selbst schwer, in dem sie Personen für einen kurzen Blick auf sie auftauchen lassen, um sie dann hunderte von Seiten später wieder einzuführen, wenn man sie schon längst vergessen hat.

STORY
Die Geschichte selbst ist eigentlich nicht uninteressant. Zwei Schwänge beherrschen das Leben in der Welt, in der die Protagonistin lebt: Der der Magie und der der Technik. Was genau es jedoch mit beiden auf sich hat, wird eher geringfügig erklärt. Der Grundbaustein der Handlung - ein Mord und die Aufklärung dessen - ist nicht neu, und schon gar nicht der damit in Verbindung stehende Schönling, der von nun an auf die ein oder andere Weise der Hauptfigur zur Seite steht. Die einzelnen Aspekte der Story, wie die gruseligen Vampire, ganz anders als gewohnt, oder die wirklich gut ausgearbeiteten und spannenden Kämpfe, machen diese Kritikpunkte jedoch zu einem Großteil wieder wett. Viel Romantik erwartet einen im 1. Band der Reihe aber noch nicht, stattdessen ist man leider eher das ein oder andere Mal verwirrt, weil sich Zusammenhänge für den außenstehenden Leser einfach nicht ergeben wollen.

SPASSFAKTOR
Durch die eben schon erwähnte immer wieder einsetzende Verwirrung - zum Beispiel haben die Charaktere plötzlich einen Verdächtigen, der vorher nie erwähnt wurde - lässt die Freude am Lesen des Öfteren nach. Ich kam mir zwischenzeitlich schon richtig dumm vor, weil ich die Einzige zu sein schien, die nicht hinterher kam. Der Sarkasmus und die verbalen Schlagabtausche zwischen Kate und anderen Figuren sind dagegen jedoch klasse zu verfolgen und oftmals äußerst witzig. Sie lockern die eher ernste und brutale Stimmung auf und lassen einen durchaus schmunzeln. Wenn dieses Detail die weniger gelungenen Punkte doch überwiegen würde...

FAZIT
Der Auftakt der "Stadt der Finsternis"-Reihe von Ilona Andrews ist nicht schlecht, das will ich mit meiner Besprechung nicht sagen. Gut ist er in meinen Augen jedoch auch nicht, dafür gibt es zu viele Unstimmigkeiten, und das Ganze riss mich insgesamt zu wenig mit. Da allerdings noch viele Fragen offen bleiben und eine Steigerung durchaus möglich ist, bin ich dennoch gespannt auf den Fortgang der Geschichte. Für Band 1 gibt es von mir 3 Punkte.



Titel: Die Nacht der Magie
Originaltitel: Magic Bites
Autor: Ilona Andrews
Übersetzer: Jochen Schwarzer
Verlag: Egmont LYX
Seitenzahl: 304 Seiten
ISBN-13: 978-3802582141


Donnerstag, 13. Juni 2013

[Buchrezension] Getrieben: Durch ewige Nacht - Veronica Rossi

"Ich bin es, Aria! Alles ist gut. Ich bin es."
Roars Stimme. Sorens Gesicht. Sorens Hände, die sich um sie schlangen.
Aria wehrte sich gegen seine Umklammerung. Sie wusste nicht, wovor sie Angst haben musste. Hatte keine Ahnung, was real war und was nicht oder warum sich ihr Blut wie kochendes Wasser in den Adern anfühlte. Sie fiel gegen die Hochbeete, trat um sich und kämpfte, bis alles um sie herum grau und schließlich schwarz wurde.

INHALT
Vor einem halben Jahr haben sich Aria und Perry getrennt, um verschiedene Dinge erledigen zu können - sie als ehemalige Siedlerin, er als neuer Kriegsherr der Tiden. Doch nun ist Aria zurück, und gemeinsam wollen sie die Blaue Stille suchen, jenen Ort, an dem es den Gerüchten nach keine gefährlichen Ätherstürme gibt. Aber Perrys Stamm akzeptiert Aria nicht - und nach einem Giftanschlag beschließt sie, es mit ihrem Freund Roar allein zu versuchen, um sich und Perry zu schützen. Doch sowohl sie als auch ihre Große Liebe schlittern dennoch von einer Gefahr in die nächste...

MEINE MEINUNG
Veronica Rossi hat mit ihrem Trilogie-Auftakt "Gebannt: Unter fremdem Himmel" 2012 etwas ganz eigenes geschaffen, das nicht nur mich, sondern auch viele weitere Leser begeistert hat. Ihre Geschichte rund um die Äther, die die Erde heimsuchen und den Menschen das Leben schwer machen, ist insofern interessant, weil dieser Aspekt ein ganzes Stück wichtiger ist als das neue System, das in der Welt herrscht. Genau das wird auch in Band 2, "Getrieben: Durch ewige Nacht", sehr schön fortgesetzt. Dabei gelingt es der Autorin, trotz der Thematik um Leben und Tod, in ihrem Schreibstil wunderbar locker und flüssig zu bleiben, was dazu führt, dass man sich kaum losreißen kann.

Aria und Perry erzählen die Geschichte abwechselnd aus der Ich-Perspektive, wodurch man sich sehr schnell wieder in die beiden hineinversetzen kann. Im Gegensatz zu Band 1, in dem Aria sich in der Außenwelt kaum auskannte und eher ängstlich als mutig war, ist sie nun zu einer starken und mutigen Frau geworden, die weiß, was sie will, und sich für andere einsetzt. Auch Perry ist einem gleich wieder sehr sympathisch - mit seiner starken, aber auch sensiblen und liebevollen, Art ist er ein männlicher Charakter, der aus der Masse heraus sticht, gerade weil er nicht so unnahbar ist. Beide ergeben ein tolles Paar, dem man auch im Alleingang gerne folgt.

Aber auch die Nebencharaktere können wie schon im Vorgängerband überzeugen - allen voran Roar, Arias bester Freund und verliebt in die Schwester von Perry. Mit seiner gut gelaunten und freundlichen Art ist er einfach absolut liebenswürdig. Andere Nebenfiguren wie die neu auftauchende Kirra, bei der man sich nicht sicher sein kann, woran man ist, oder die endlich auftauchende Liv sind jedoch ebenfalls sehr gut ausgebaut und wirken selbst bei einem etwa geringeren Vorkommen durchdacht. Besonders interessant ist aber die Entwicklung einer Person zu sehen, die man aus dem 1. Teil kennt. Hier ergibt sich eine Wendung, die man so wohl nicht erwartet hätte.

Schon aus dem Klappentext geht hervor, dass Aria und Perry hier weit weniger Zeit zusammen verbringen als es beim Vorgänger der Fall war. Dies ist aber gar nicht schlimm, denn beide Figuren haben ihre eigenen Schlachten zu schlagen, wofür die erneute Trennung definitiv wichtig ist. Auf diese Weise gibt es zwar wenig Romantik, die paar Momente zwischen ihnen sind dafür jedoch umso kribbeliger und schöner. Veronica Rossi versteht es hervorragend, sie als ein Paar zu charakterisieren, das füreinander einsteht und sich vertraut, auch, wenn das Ganze nicht immer komplett ohne Eifersucht auskommt.

Im Gegensatz zu vielen Dystopien-Reihen ist es meiner Meinung nach hier tatsächlich der Fall, dass der Nachfolger besser ist als der 1. Band. Hier ist die Spannung hier nämlich wirklich von Anfang an vorhanden, und die Entwicklung der Charaktere sowie die vielen unerwarteten Wendungen lassen das Werk zu einem echten Pageturner werden. Das Ende kommt dann ohne Cliffhanger aus, verführt aber dennoch definitiv zum Weiterlesen, weil noch viele Fragen ungeklärt bleiben, die dann hoffentlich im Abschluss beantwortet werden. Ich bin gespannt, was die Autorin daraus macht!

FAZIT
"Getrieben: Durch ewige Nacht" von Veronica Rossi ist für mich sogar noch besser als der Vorgänger und überzeugt durch Spannung, einen angenehmen Schreibstil und wunderbare Figuren. Die Autorin hat hier ihre ganz eigene faszinierende Welt geschaffen, die hoffentlich auch bis zum Schluss so bleibt. Meine absolute Leseempfehlung und 5 Punkte!



Titel: Getrieben - Durch ewige Nacht
Originaltitel: Through the ever Night
Autor: Veronica Rossi
Übersetzer: Franca Fritz, Heinrich Koop
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 364 Seiten
ISBN-13: 978-3789146213


Montag, 10. Juni 2013

[Beutezug] Juni - 1

Da habe ich mich bei meiner Monatsstatistik doch noch ganz stark gebrüstet, dass mein SuB auf unter 70 Bücher gesunken ist - und nun habe ich plötzlich auf einen Schlag 6 Neuzugänge zu verzeichnen. Bücher halt, was soll ich sagen? ;) Aber ich will mich ja nicht beschweren! [Heute gibt's das Ganze übrigens mal ohne Abschlussformel, da meine HTMLs partout nicht so wollen wie ich...]


Das Geschenk der Wölfe - Anne Rice
Der junge Journalist Reuben soll einen Artikel über ein altes Herrenhaus schreiben, das abgelegen auf den Klippen der nordkalifornischen Küste thront. Doch die Besichtigung endet blutig: Reuben wird von einem großen Raubtier attackiert. Seine Wunden heilen indes ungewöhnlich schnell. Bald verändert Reuben sich. Er wird zum Wolfsmann. Bei Tag der attraktive Jungreporter, der über die furchterregende fremde Kreatur berichtet, bei Nacht eine Bestie: Reuben wird gefürchtet und gejagt. Doch das wahre Böse lauert woanders.

Dass ich "Interview mit einem Vampir" von Anne Rice gelesen habe, ist schon Ewigkeiten her, und um ehrlich zu sein, kann ich mich auch nicht mehr wirklich erinnern, wie ich das Ganze fand. Daher bin ich nun mal gespannt, wie die Bestseller-Autorin es nun schafft, die Werwolf-Thematik rüberzubringen ;)

Dark Triumph - Robin LaFevers
Zerrissen von Trauer und Verzweiflung, findet Sybella, die Tochter des skrupellosen Verräters d'Albret, Zuflucht im Kloster St Mortain. Ausgebildet in den Künsten des Todes, machen ihre Wut und ihre Schönheit sie zu einer gefährlichen Waffe. Doch der Auftrag, an den schrecklichen Ort ihrer Herkunft zurückzukehren, verlangt ihr alles ab. Ist Rache ihr einziges, düsteres Schicksal? Sybella braucht Hoffnung, um in diesem bitteren Spiel zu überleben. Da trifft sie auf einen verletzten Krieger, dem sie helfen soll...

"Dark Triumph" ist Band 2 der "His Fair Assassin"-Reihe der Autorin und ein Überaschungs-Exemplar des Verlages. Ich freue mich sehr drauf, denn den Vorgänger fand ich ziemlich gut. Mal sehen, ob LaFevers da anschließen kann...
Immer wenn es brenzlig wird, hat Taylor genau eine Lösung: Sie rennt weg. Doch jetzt ist es die Zeit, die ihr davonläuft. Ihr Vater hat nur noch wenige Wochen zu leben und einen Wunsch: Diesen letzten gemeinsamen Sommer soll die Familie in Lake Phoenix verbringen - so wie früher. Taylor liebt den funkelnden See mit seinen duftenden Wäldern, den Abenden am Strand ... doch vor 5 Jahren, hat sie dort nicht nur ihre beste Freundin, sondern auch ihre erste Liebe enttäuscht. Nun versucht Taylor, all das wiedergutzumachen - und diesen Sommer festzuhalten, die letzten Tage mit ihrem Dad, die unwiederbringlich schwinden...

Ein wunderschön klingendes Sommer-Jugendbuch, das ich mir unbedingt zulegen musste. Das Debüt der Autorin ["Amy on the Summer Road"] soll ziemlich klasse sein, ich versuche es jetzt mal gleich mit dem 2. Roman ;) Auf dem Cover sind jedoch viel zu viele Arme und Hände, beim Ansehen bin ich immer verwirrt...

Ich fürchte mich nicht - Tahereh Mafi
Ihr Leben lang war Juliette einsam, eine Ausgestoßene – ein Monster. Ihre Berührung ist tödlich, man fürchtet sie, hat sie weggesperrt. Bis die Machthaber einer fast zerstörten Welt sich ihrer als Waffe bedienen möchten. Doch Juliette beschließt zu kämpfen – gegen die, die sie gefangen halten, gegen sich selbst, das Dunkel in ihr. An ihrer Seite ein Mann, zu dem sie sich unaufhaltsam hingezogen fühlt. Ihn zu berühren ist ihr sehnlichster Wunsch – und ihre größte Furcht...

Eine Leihgabe von meiner lieben Lisa, über die ich mich sehr freue. Das Buch hat die Leserschaft ja recht zwiegespalten zurückgelassen, mal schauen also, in welche der Parteien ich mich einreihen werde!

Soul Beach 01 - Kate Harrison
Als Alice eine E-Mail von ihrer toten Schwester bekommt, hält sie das zunächst für einen schlechten Scherz. Dann folgt jedoch eine Einladung in die virtuelle Welt von Soul Beach, einem idyllischen Strandparadies, wo ihre Schwester Megan seit ihrer Ermordung festsitzt. Unter www.soulbeach.org entdeckt Alice eine völlig neue Welt abseits der Realität, die sie mehr und mehr in ihren Bann zieht. Doch wer steckt hinter Soul Beach und warum herrschen hier solch strenge Regeln? Warum wird der Strand nur von Jungen und Schönen bewohnt? Und warum sind sie alle tot? Wer hat Megan umgebracht? Und könnte Alice das nächste Opfer sein?

Ein pinkes Cover! Schon allein das reicht als Grund, um das Buch unbedingt lesen zu wollen, aber auch der Inhalt klingt überaus ansprechend - vor allem mal nach etwas anderem. Das Ganze soll jedoch etwas spannungsarm sein, mal sehen also, was ich davon halte...

Zwanzig Selbstmorde in fünf Jahren. Meist sind es junge Frauen, die sich auf höchst ungewöhnliche Art das Leben nehmen. Zuletzt versuchte die 19-jährige Bryony Carter sich zu verbrennen. Nicht nur die Polizei vermutet, dass irgendetwas an der ehrwürdigen Universität Cambridge nicht mit rechten Dingen zugeht. Auch die Psychiaterin Evi Oliver ist besorgt. Nun soll sich DC Lacey Flint im Auftrag von DI Mark Joesbury als verletzlich-depressive Studentin ausgeben und den Lockvogel spielen. Doch je tiefer sie mit Evi Olivers Unterstützung in die Selbstmordserie eintaucht, desto bedrohlicher wird die Situation für beide Frauen. Als Lacey schließlich unter denselben Albträumen leidet, von denen die jungen Frauen in den Tod getrieben wurden, weiß sie: Sie ist die Nächste.

Man merkt: Ich habe grade Lust, mal wieder ein paar anständige Thriller zu lesen, und dieser sieht nicht nur vom Cover her absolut atmosphärisch aus, er klingt auch so. Ich bin absolut gespannt!

Dienstag, 4. Juni 2013

[Statistik] Monatsrückblick Mai

Ich kann einfach nicht fassen, dass wir jetzt schon beinahe die Hälfte des Jahres 2013 rum haben. Die Hälfte!! Wo ist die Zeit hin?! Irgendwie habe ich das Gefühl, es ist alles nur so an mir vorbeigerauscht...
Aber egal! Der Mai lief, dafür, dass ich in der Mitte erst einmal in einer traurigen Leseflaute steckte, letztendlich doch ganz in Ordnung. Das Minimum habe ich geschafft, mehr wird's wohl erst wieder in den Sommerferien werden. Ich bin gespannt, was mich im Juni erwartet ;)

# Gelesen im Mai: 8 Bücher

1. Artikel 5 - Kristen Simmons [gute 4,5*]
2. After the Wreck... - Joyce Carol Oates [2*]
3. Engelskrieger - Nalini Singh [4,5*]
4. Beraubt - Chris Womersley [4*]
5. Partials 01 - Dan Wells [3,5*]
6. Über ein Mädchen - Joanne Horniman [4,5*]
7. Ultraviolet - R. J. Anderson [schwache 5*]
8. Darkest Powers 01 - Kelley Armstrong [gute 3,5*]

Abgebrochen im Mai: 1 Buch

1. Teufelsherz - Sabrina Qunaj [nach 114 Seiten]


Gelesene Seiten: 3186
Durchschnittliche Seitenzahl pro Buch: ca. 398
Gelesene Seiten pro Tag: ca. 102
Durchschnittsbewertung: etwa 3,8* 
--
Neuzugänge: 7
Abgelesen:  8 [+4 aussortiert]
Neuer SuB-Stand Juni: 70

Schade ist, dass ich diesen Monat nur ein einziges Buch mit Höchstbewertung dabei habe - dagegen allerdings noch 3 Stück, die knapp dran vorbei geschrammt sind. Yeah! Einen einzigen Ausfall gab es auch, ansonsten habe ich im Mai generell nur Gutes gelesen. Ich freu mich ;)
Wie man sieht, habe ich diesen Monat aber auch ein Buch abgebrochen - und dann auch noch eines von Sabrina Qunaj! "Teufelsherz" erschien mir aber auch nach 100 Seiten noch wie typische Romantasy mit einer dämlichen Protagonistin. Gar nicht meins!

Absolute Tops: Nach einigem Kopfzerbrechen habe ich mich bei den Monatshighlights für "Ultraviolet", einem absurd-coolen Spektakel, und die gut durchdachte Dystopie "Artikel 5" entschieden - "Engelskrieger" und "Über ein Mädchen" konnten mich aber auch sehr überzeugen
Absolute Flops: "After the Wreck I Picked Myself Up, Spread My Wings and Flew Away" hat einen langen Titel und auch ganz viel Langeweile - zudem ist die Protagonistin so doof, dass ich sie gern von der Brücke schubsen wollte, über die sie sich nicht traut zu gehen. Zum Fürchten!

Entweder wird der Juni richtig entspannend oder richtig anstrengend - man wird sehen. Ich hoffe auf jeden Fall, mindestens wieder mein Ziel zu schaffen, da bin ich aber schon gut dabei. Übrigens, zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren [also seit ich mit dem Bloggen begonnen habe] ist mein SuB auf 70 Bücher gesunken! Ich bin so stolz! Mal schauen, wie lange ich das halten kann ;)

Ich wünsche euch einen erfolgreichen Juni!

Montag, 3. Juni 2013

[Buchrezension] Tarmac: Apokalypse für Anfänger - Nicolas Dickner

Hope drängte sich in einen Zeitungskiosk, und es gelang ihr mit viel Rumgefuchtel und ein paar Brocken Englisch, sich mit der Kassiererin zu verständigen, Diese schlug den Reiseführer Rough Planet Tokyo vor, der einen Abschnitt mit nützlichen Sätzen hatte wie: "Wo ist hier in der Gegend der nächste Bunker?" (Sumimasen, kono atari ni chika sherutaa wa ari masu ka?) oder "Dürfte ich Ihre Gasmaske/Ihren Strahlenschutzanzug benutzen?" (Gasumasuku/houshanou bougyo suutsu o kari te mo ii desu ka?)
Japan wurde immer sonderbarer.

INHALT
Mickeys eher unaufgeregtes Leben ändert sich von Grund auf, als er die junge Hope Randall kennen lernt: Sie ist hochintelligent, faszinierend und anders als alle Mädchen, die er je getroffen hat, und er schließt begeistert Freundschaft mit ihr. Doch in ihrer Familie gibt es seit Generationen eine Vererbung von Verrücktheiten und Manien - denn jedes einzelne Mitglied sieht das Datum des Weltuntergangs. Nur Hope selbst hatte ihre Vision noch nicht. Doch während Mickey und sie eine wunderbare Zeit zusammen verbringen, taucht ein mysteriöses Datum auf, und Hope verstrickt sich immer mehr in ihre Besessenheit...

MEINE MEINUNG
"Tarmac" ist der 2. Roman des kanadischen Erfolgsautors Nicolas Dickner und scheint, so jedenfalls verspricht es der Klappentext, das Thema Apokalypse ironisch, aber sympathisch, auf die Schippe zu nehmen. So geschieht es auch zwei Drittel des Buches lang, bis zu einem sehr überraschenden Bruch. Die meiste Zeit über wird das Buch aus der Ich-Perspektive von Mickey erzählt, manchmal wechselt die Sichtweise aber auch in die dritte Person, wenn die Geschichte einer anderen Figur thematisiert wird.

Mickey ist als Protagonist sehr sympathisch, weil man seine Ansichten in den meisten Belangen nachvollziehen kann, und er ansonsten ein überwiegend sehr normaler Jugendlicher mit einem wunderbar trockenen Humor ist. Einzig und allein sein beinahe völliges Ausrichten auf Hope ging mir etwas gegen den Strich. Diese nämlich ist doch sehr, sehr anders und auch ein wenig ichbezogen. Wo ihre extrovertierte, schlaue und leicht besessene Art anfangs noch sympathisch ist, beginnt diese im letzten Drittel ab einer ganz bestimmten Stelle zu nerven - und von diesem Punkt an konnte ich leider auch kein Verständnis mehr aufbringen. Die übrigen Figuren bleiben eher blass, da es vorrangig um die beiden Teenager geht, Personen wie Ann Randall oder Hopes spätere Freundin Merriam lernt man jedoch durchaus recht gut kennen.

"Tarmac" zeichnet sich besonders durch die philosophischen Überlegungen, die intelligenten Gespräche zwischen den Charakteren und die wunderschönen Beschreibungen voller Vergleiche und Metaphern aus. Genau das ermüdet aber zwischenzeitlich auch, wenn sich der Autor in absatzlangen Aufzählungen von Produkten verliert, die man einfach irgendwann nur noch überspringt. Der Humor dagegen gefiel mir sehr, da die ironische Note oftmals unterschwellig eingebaut wird und dabei genial trocken ist. Von einer Liebesgeschichte allerdings ist wenig zu spüren. Zwar zeigt Mickey deutliches Interesse an Hope - zwischen den beiden kommt es aber nicht ein einziges Mal auch nur zu irgendeiner Annäherung. Wie versprochen wird das Ganze so nicht kitschig, ein wenig mehr hätte ich aber schon erwartet.

Wie bereits erwähnt, ist das Buch aber bis Seite 140 sehr unterhaltsam, und der Wahnsinn rund um die möglicherweise bevorstehende Apokalypse nimmt seinen Lauf. Dann jedoch bricht der Autor mit seiner bisherigen Erzählweise und als Leser befindet man sich plötzlich an einer anderen Stelle - einer Stelle, mit der ich persönlich nichts anfangen konnte. Mir fehlte der Charme, die humorvolle Leichtigkeit und das Zusammensein von Mickey und Hope. Und bis zum Ende wird auf diese Weise einfach nicht klar, was einem nun mit dem Buch gesagt werden sollte, denn Antworten auf Fragen sucht man leider vergebens. Oder habe ich den Sinn nur einfach nicht verstanden?

FAZIT
Der Klappentext von "Tarmac" führt ziemlich in die Irre - denn die versprochenen gemeinsamen Städtereisen der Protagonisten sowie eine Liebesgeschichte findet man nicht. Stattdessen lernt man jedoch interessante Persönlichkeiten, seltsame Familiengeschichten und eine ungewöhnliche Freundschaft kennen. Immerhin. Trotzdem scheint sich der Autor Nicolas Dickner zum Ende hin irgendwo zu verlieren, und zumindest ich kam da nicht mehr mit. Wäre er doch mal beim Anfang geblieben! 3 Punkte.



Titel: Tarmac - Apokalypse für Anfänger
Originaltitel: Tarmac
Autor: Nicolas Dickner
Übersetzer: Andreas Jandl
Verlag: btb
Seitenzahl: 256 Seiten
ISBN-13: 978-3442745401


Freitag, 31. Mai 2013

[Buchrezension] Darkest Powers: Schattenstunde - Kelley Armstrong

Der Dachboden.
Oha, das war genauso übel wie der Keller, vielleicht noch schlimmer. Ich dachte nicht daran, einem Geist da hinauf zu folgen.
Gute Entschuldigung.
Es ist keine.
Du willst gar nicht mit ihnen reden. Nicht wirklich. Du willst die Wahrheit im Grunde gar nicht wissen.
Na toll. Jetzt brauchte ich mich nicht mehr nur mit Dereks Provokationen befassen, jetzt begann schon meine eigene innere Stimme, sich so anzuhören wie er.
Ich atmete tief ein und schob mich durch die Öffnung.

INHALT
Chloe hat sich eigentlich immer nur gewünscht, normal und wie alle anderen zu sein. Von dieser Vorstellung kann sie sich jedoch verabschieden, als sie plötzlich beginnt, Geister zu sehen - und deswegen vor den Augen ihrer Mitschüler einen Zusammenbruch hat. Ihre Familie schickt sie nach Lyle House, wo noch weitere Jugendliche mit Problemen leben und wo ihr geholfen werden soll. Doch Chloe weiß, dass das, was sie gesehen hat, kein Schizophrenie bedingter Ausfall war. Und dann stellt sie fest, dass auch einige ihrer Mitbewohner besondere Kräfte haben...

MEINE MEINUNG
Nachdem die "Darkest Powers"-Reihe der kanadischen Fantasy-Autorin Kelley Armstrong zuerst auf Deutsch beim PAN-Verlag erschien, wird die Reihe nun von Droemer Knaur im Taschenbuch-Format neu aufgelegt. Dabei wird sich von der Aufmachung her mehr ans Original gehalten, was gefällt. Erzählt wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive der 15-jährigen Chloe. Der Schreibstil ist dabei sehr jugendlich und die Gedankengänge sind manchmal etwas pubertär, insgesamt ist das Ganze aber gut und angenehm zu lesen.

Chloe ist eine sehr naive Protagonistin, die ich persönlich zu Anfang wenig verstehen konnte - denn sie macht sich gern selbst etwas vor und lässt nur selten Gedanken zu, die in eine Richtung abseits des Mainstreams gehen. Im Laufe der Handlung gibt sich das jedoch zu einem großen Teil, und sie stellt auch selbst fest, dass sie manchmal etwas infantil ist. Das macht sie gleich sympathischer und ihre Art und Weise nachvollziehbarer. Ansonsten verstrickt sich die Autorin grade zu Anfang in ihren Charakterisierungen des Öfteren in Klischees. So gibt es hier die schnell gefundene neue Freundin; eine der Hauptperson übel mitspielende Feindin; einen hübschen und auch einen eher nervigen Kerl...Armstrong gelingt es jedoch, sich da wieder hinaus zu manövrieren - zum Glück!

Denn das Stereotyp mit der guten Freundin Rae bleibt zwar bestehen, bei den sonstigen Figuren tun sich aber durchaus noch andere Eigenschaften auf. So hat Feindin Tori tatsächlich kein leichtes Leben, und der gut aussehende Simon interessiert sich eigentlich gar nicht so sehr für seine Mitmenschen wie man meinen könnte. Auch der etwas grobe Derek entpuppt sich als auf verschiedene Weisen interessanter junger Mann - da sind Äußerlichkeiten ja nun wirklich unwichtig. Die sonstigen Charaktere bleiben zumeist etwas blass, dies ist aber nicht weiter schlimm, da es ja hauptsächlich um die Jugendlichen geht. Auf eine Überraschung im Bezug auf eine ganz bestimmte Person darf man sich aber schon mal gefasst machen!

"Schattenstunde" erzählt hauptsächlich die Geschichte von Chloes Zurechtfinden mit der Gabe, Geister sehen und mit diesen sprechen zu können - und dieser Aspekt nimmt einen großen Teil ein, bei dem sich einiges des Öfteren wiederholt. Zum Beispiel ihre anfängliche strikte Weigerung, das Offensichtliche zu akzeptieren. So entstehen nach dem sehr spannenden und gruseligen Prolog erst einmal ein paar Längen. Diese werden dann ab etwa der Hälfte des Romans aber von sich überschlagenden Ereignissen ausgebügelt, die  den Fortgang der Story jedoch nicht hektisch werden lassen. Ab hier stimmt beinahe alles, und der Leser wird endlich absolut mitgerissen. Besonders gefiel mir hier übrigens der geringe bis kaum vorhandene Romantik-Anteil. Sehr erfrischend, dass die Liebesgeschichte nicht im Vordergrund steht!

Die Geister sind hier ansonsten [noch?] nicht permanent anwesend, ein oder zwei Szenen sind aber durchaus ordentlich gruselig, was das Buch wunderbar von sonstigen Romanen mit immerzu freundlichen Geistern abhebt. Es gibt viele Fragen, von denen nur wenige beantwortet werden, und die einen gespannt weiterlesen lassen, weil man die Antworten wissen möchte. Der Autorin gelingt es durchaus, den Leser zwischenzeitlich auf eine falsche Fährte zu führen, um dann mit einer Wendung zu triumphieren. So geschieht es auch am Ende, das ein wenig erschrocken und mit einem ziemlichen Cliffhanger zurücklässt. Die Vorfreude auf den Nachfolger ist da garantiert!

FAZIT
Kelley Armstrongs "Schattenstunde", Band 1 der "Darkest Powers"-Reihe, zieht sich anfangs etwas und besitzt eine Protagonistin, die sich erst entwickeln muss. Die Story selbst ist jedoch sehr interessant und manchmal richtig gruselig. Ich vertraue hier auf eine Steigerung im nächsten Teil, den ich auf jeden Fall lesen werde. Sehr gute 3,5 Punkte!



Titel: Schattenstunde
Originaltitel: The Summoning
Autor: Kelley Armstrong
Übersetzer: Christine Gaspard
Verlag: Droemer Knaur
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN-13: 978-3426507803


Mittwoch, 29. Mai 2013

[Laberparade] Ultraviolet - R. J. Anderson

She chattered on, but I wasn't listening any more. I was staring at the sign above the nurse's station. It said, in my hometown two official languages:

PSYCHIATRIC UNIT/UNITÉ DE PSYCHIATRIE

My worst nightmare had become reality. I'd gone crazy, and my mother had locked me away.

INHALT
Als Alison eines Tages in einer Psychiatrie erwacht, hat sie keine Ahnung, was passiert ist - sie kann sich nur noch daran erinnern, einen Streit mit einer Mitschülerin gehabt zu haben. Und sie könnte schwören, dass diese sich dabei einfach in Luft auflöste. Doch niemand glaubt ihr, stattdessen wird sie für eine Mörderin gehalten, weil an ihren Händen das Blut des Mädchens gefunden wurde. In der Psychiatrie erhält sie Medikamente, weil sie für gefährlich gehalten wird, doch diese machen sie nur müde und antriebslos. Erst als der Wissenschaftler Dr. Faraday eine Studie mit ihr durchführen will, ändert sich alles. Denn er scheint ihr zu glauben...

MEINE MEINUNG

SCHREIBSTIL
R. J. Anderson hat eine ganz besondere Weise, ihre Geschichte zu vermitteln, und diese nimmt von Anfang an gefangen. Da Synästhesie hier eine große Rolle spielt, sind vor allem Farben und Geräusche für den Verlauf sehr wichtig, und diese werden von der Autorin mit ihrem beschreibenden und detailreichen Stil wunderbar zur Geltung gebracht. Das Englisch ist überwiegend einfach zu lesen, Verständnisschwierigkeiten treten so gut wie nie auf, da Anderson eine so schöne und gleichzeitig leichte Art hat, ihren Roman zu erzählen.

CHARAKTERE
Die Protagonistin Alison berichtet ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, was es dem Leser einfach macht, sich in sie hineinzuversetzen und sich mit ihr zu identifizieren. Sie ist anfangs eine eher ängstliche und misstrauische junge Frau, die sich zum Ende hin zu einer mutigen und willensstarken Heldin mausert. Dennoch: Man kann sich nie ganz sicher sein, was man nun von ihr halten soll. Andere Charaktere, wie zum Beispiel Dr. Minta, ihre Mit-Patientin Micheline oder auch ihre Feindin Tori sind klar und deutlich gezeichnet, einige jedoch entwickeln sich in eine Richtung, die man nicht erwartet hätte, was spannend zu beobachten ist. Besonders im Gedächtnis bleibt aber natürlich der sympathische, wenn auch geheimnisvolle, Dr. Faraday, den man schnell ins Herz schließt.

STORY
R. J. Anderson versteht es absolut perfekt, den Leser immer wieder in die Irre zu führen und bis kurz vor Ende nicht klar werden zu lassen, was eigentlich gespielt wird. Obwohl Alison so klar wirkt, ist trotzdem nie ganz sicher, dass sie auch wirklich bei vollständiger geistiger Gesundheit ist. Ihr Aufenthalt in der Klinik ist von realistischen Aufs und Abs geprägt, ihre Synästhesie gibt dem Ganzen dann noch einen originellen und vor allem sehr faszinierenden Beigeschmack - dieser Aspekt wird so realistisch und glaubwürdig beschrieben, dass es sich für den Leser fast schon anfühlt, als hätte er diese Gabe selbst. Spannend ist das Buch durchweg, man muss sich vorher nur auf eine recht abstruse [im guten Sinne!] Erklärung für alles einstellen.

SPASSFAKTOR
Man kann im Bezug auf "Ultraviolet" nicht unbedingt von "Spaß" sprechen, auch wenn zwischenzeitlich der ein oder andere ironische Kommentar zum Grinsen bringt. Viel mehr ist es ein unglaublich mitreißendes Rätselraten, das einen in Atem hält und so definitiv Freude macht. Durch die perfekt ausgearbeiteten Charaktere und die undurchsichtige Geschichte in Verbindung mit einigen Fantasy-Elementen, die jedoch erst im letzten Drittel wirklich zum Tragen kommen, ist dieser Roman ganz sicher ein Leseerlebnis der besonderen Art. 

FAZIT
"Ultraviolet" von R. J. Anderson wurde, mir unverständlicherweise, noch nicht auf Deutsch übersetzt, sollte aber meiner Meinung nach sowieso im Original genossen werden, weil es so anders und gut ist. Hier wurde etwas geschaffen, das ich in dieser Form noch nie gelesen habe. Absolute Leseempfehlung! Knappe, aber verdiente, 5 Punkte.



Titel: Ultraviolet
Originaltitel: -
Autor: R. J. Anderson
Übersetzer: 
Verlag: Hachette Children's Books
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN-13: 978-1408312759